Immer mehr Eltern fragen sich, ob eine Privatschule die richtige Wahl für ihr Kind ist – und welche Kosten damit verbunden sind. Privatschulen bieten kleinere Klassen, individuelle Förderung und oftmals ein besonderes pädagogisches Konzept, das über den Standard des öffentlichen Schulsystems hinausgeht. Gleichzeitig unterscheiden sich die Gebühren je nach Schulform, Trägerschaft und Region teils erheblich. Dieser Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über die Kostenstrukturen von Privatschulen in der Schweiz und zeigt, mit welchen zusätzlichen Ausgaben Sie rechnen sollten.
Inhaltsverzeichnis
- Das sind die typischen Kategorien von Privatschulen und ihre Besonderheiten
- Wie hoch sind die Kosten an den jeweiligen Privatschulen?
- Gibt es auch regionale und kantonale Unterschiede bei den Privatschulgebühren?
- Berücksichtigen Sie auch die Möglichkeiten einer Finanzierung und eines Stipendiums
- Kosten-Nutzen-Analyse: Lohnt sich eine Privatschule für mein Kind?
- Fazit: Privatschulkosten als lohnende Investition in die Zukunft
Autor
Melanie Widmer
Kategorie
Aktualisiert
23. Dezember 2025
Immer mehr Familien in der Schweiz entscheiden sich für eine Privatschule. Sie sehen die klaren Vorteile in den kleineren Klassen, den flexiblen und individuell gestalteten Unterrichtskonzepten und einem Umfeld, das auch die eigenen Werte im Leben berücksichtigt. Aus diesen Gründen ist auch die Anzahl der Privatschulen in den letzten zehn Jahren um 50 % gestiegen – etwa ein Drittel aller Schüler in der Schweiz besucht eine private Bildungseinrichtung. Doch wie hoch sind eigentlich die Schulgebühren, wonach richten sie sich und kann ich mir eine Privatschule für mein Kind überhaupt leisten?
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die üblichen Kosten einer Privatschule in der Schweiz und geben eine Orientierung, mit welchen Zusatzkosten Sie unter Umständen auch rechnen müssen.
Das sind die typischen Kategorien von Privatschulen und ihre Besonderheiten
Es gibt unterschiedliche Kategorien, in die sich Privatschulen einordnen lassen. Nach dieser Einteilung richten sich meistens auch die anfallenden Kosten, da die jeweilige Betreuungsform, die Ausstattung der Schule und ihr pädagogisches Angebot sehr stark variieren.
- Tagesschulen: Kinder besuchen den Unterricht tagsüber und kehren am Nachmittag oder am Abend nach Hause zurück. Zum Konzept gehört in der Regel neben dem Unterricht auch die Hausaufgabenhilfe und teilweise auch Zusatzangebote wie Musik, Sport oder Sprachen.
- Internate: Schülerinnen und Schüler leben während der Schulzeit auf dem Campus. Unterkunft, Verpflegung, Freizeitangebote und pädagogische Betreuung sind im Preis inbegriffen – das erhöht natürlich die Gesamtkosten. Wenn sich Eltern ein besonders exklusives Umfeld für ihre Kinder wünschen, können sie auch eines der Elite-Internate wählen.
- Private berufliche Ausbildung: Hier werden schulische und praktische Elemente unter einem Dach miteinander vereint. Es gibt zum Beispiel Fachschulen für die Hotellerie, Design oder Technik. Diese Schulen bereiten die Schüler gezielt auf einen Beruf oder ein Studium vor.

Wie hoch sind die Kosten an den jeweiligen Privatschulen?
Die Kosten für eine Privatschule können kaum pauschal beziffert werden. Sie variieren sehr stark in Abhängigkeit von der Schulform, der Ausstattung, dem kantonalen Standort und möglichen Zusatzleistungen. Im Folgenden geben wir daher nur einen groben Überblick über die durchschnittlichen Kosten, die eine private Schule erhebt. Auf den Webseiten einzelner Schulen werden die Kosten dann meistens transparent dargestellt.
H3: Kosten für Tagesschulen in der Schweiz
Tagesschulen sind die kostengünstigste Form unter den Privatschulen. Die durchschnittlichen Jahresgebühren liegen bei rund CHF 24’000, können je nach Lage und Ausstattung aber auch darunter oder darüber liegen. Verpflegung, Ausflüge und Zusatzkurse werden meist separat berechnet.
Beispielhafte Kosten für Tagesschulen in Bern:
- Christliche Schule Bern – ab ca. CHF 300 monatlich, je nach Stufe und Zusatzleistungen bis ca. CHF 890
- International School of Berne – zwischen CHF 21 735 und CHF 39 215 pro Jahr, abhängig von der Klassenstufe
- Freies Gymnasium Bern – rund CHF 14 400 bis CHF 15 400 jährlich, mit Zuschlägen für ausserkantonale Schüler
Kosten für Internate in der Schweiz
Internate bieten nicht nur die Wissensvermittlung an, sondern sind auch der Lebensraum für die Schüler während der Schulzeit. Die Kinder leben während der Woche oder auch am Wochenende in der Schule und profitieren von einer engen Betreuung, geregelten Tagesabläufen und vielfältigen Freizeitaktivitäten. Schweizer Internate gelten als hochpreisig, Die Kosten beginnen bei etwa CHF 35’000 pro Jahr, internationale Internate bei rund CHF 60’000. In den Gebühren sind in der Regel Unterricht, Unterkunft und Vollpension enthalten. Zusatzangebote wie Sprachreisen oder individuelle Nachhilfe kosten extra.
Beispielhafte Kosten für Internate in der Schweiz:
- St. George’s International School Montreux – Gebühren für Internat und Tagesschüler von ca. CHF 47 500 bis CHF 55 500 pro Jahr (zuzüglich etwa 15 % für persönliche Ausgaben)
- Hochalpines Institut Ftan – ca. CHF 60 700 pro Jahr
Kosten für Elite-Internate
Elite-Internate gehören zu den teuersten Bildungseinrichtungen in der Schweiz und ziehen Schüler aus aller Welt an. Neben exzellenten akademischen Standards bieten sie exklusive Sport- und Kulturprogramme, internationale Abschlüsse und ein globales Netzwerk. Die jährlichen Kosten können deutlich über CHF 100’000 liegen, abhängig von Renommee, Ausstattung und Zusatzleistungen.
Beispielhafte Kosten für Elite-Internate in der Schweiz:
- Institut auf dem Rosenberg – rund CHF 150 000 pro Jahr
- Institut Le Rosey – rund CHF 108 900 pro Jahr
Kosten für private Berufsausbildungen
Private Berufsschulen und Fachschulen erheben die Kosten abhängig von der Fachrichtung und der Ausbildungsdauer. Für ein Schuljahr fallen häufig zwischen CHF 15’000 und CHF 40’000 an. Hinzu kommen Materialkosten, Prüfungsgebühren und bei Bedarf Unterkunftskosten.
Beispielhafte Kosten für private berufliche Schulen in Bern:
- Feusi Bildungszentrum – je nach Ausbildung zwischen ca. CHF 6 000 und CHF 20 000 pro Jahr, Sportklassen und Spezialprogramme teilweise darüber
- Benedict Schule Bern – für einjährige Handelsschulen oder Berufsausbildungen ab ca. CHF 8 000 pro Jahr, modulare und berufsbegleitende Programme entsprechend günstiger oder teurer
Welche zusätzlichen Kosten für Privatschulen entstehen können
Neben dem regulären Schulgeld sollten Familien bei der Wahl einer Privatschule auch die möglichen Zusatzkosten einplanen. Üblich sind zum Beispiel einmalige Einschreibegebühren, die zwischen wenigen Hundert und mehreren Tausend Franken liegen können. So erhebt beispielsweise die International School of Berne eine Bewerbungsgebühr von CHF 250. Hinzu kommt hier noch ein Kapitalbeitrag von CHF 4 000.
Weitere Kostenfaktoren sind die
- Mittags- und Nachmittagsbetreuung
- spezielle Extracurricularkurse wie Musikunterricht, Sportangebote oder Sprachförderung sowie
- Materialkosten für Lehrmittel oder digitale Geräte.
Auch Ausflüge, Projektwochen oder Klassenlager können zusätzlich ins ins Gewicht fallen, ebenso wie individuelle Zusatzangebote in Musik, Kunst oder Sport.
An einigen Schulen gibt es Geschwisterrabatte, die meistens bei rund 10 % liegen. So können Familien mit mehreren Kindern finanziell etwas entlastet werden.
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Gibt es auch regionale und kantonale Unterschiede bei den Privatschulgebühren?
Unterschiede mit Blick auf die Kosten zwischen den einzelnen Kantonen sind in der Schweiz tatsächlich spürbar. Einige Kantone subventionieren ihre Privatschulen teilweise und ermöglichen unter bestimmten Bedingungen auch eine Kostenbeteiligung. In anderen Regionen tragen die Familien die Gebühren vollständig selbst.
So profitieren in Bern beispielsweise einige staatlich anerkannte Privatschulen von kantonalen Zuschüssen, was die Schulgelder deutlich reduziert. In Zürich hingegen ist eine finanzielle Unterstützung nur in wenigen Ausnahmefällen vorgesehen, etwa wenn besondere Förderbedürfnisse nachgewiesen werden können.
Auch in Genf liegen die Schulgebühren im Durchschnitt höher als in vielen anderen Kantonen, was unter anderem mit der starken internationalen Ausrichtung vieler Schulen und der hohen Nachfrage zusammenhängt. Zusätzlich spielen Standortfaktoren wie die städtische Infrastruktur, die Immobilienpreise und das Lohnniveau eine Rolle bei den Kosten für eine Privatschule.

Berücksichtigen Sie auch die Möglichkeiten einer Finanzierung und eines Stipendiums
Die Bildung und Förderung der eigenen Kinder sollte nicht ausschliesslich an den Kosten und dem eigenen Budget festgemacht werden. Wer sich auf Anhieb die Kosten für die Privatschule nicht leisten kann, hat trotzdem einige Möglichkeiten, seinem Kind trotzdem den Besuch einer privaten Schule zu ermöglichen.
Einkommensabhängige Beiträge & Teilstipendien
Viele Privatschulen bieten einkommensabhängige Beiträge an, damit der Schulzugang fair und für unterschiedliche familiäre Verhältnisse möglich sind. Ausserdem wird so auch eine abwechslungsreiche Sozialstruktur geschaffen. Der Monatsbeitrag an der Atelierschule beispielsweise variiert zwischen CHF 1 100 und CHF 2 700, je nach Einkommen und finanzieller Situation.
Zudem existieren Teilstipendien, die besonders talentierten oder engagierten Schülerinnen und Schülern zugutekommen. Bei der International School of Schaffhausen beträgt das Schulgeld zwischen CHF 1 300 und CHF 2 500 pro Monat – rund 20 % der Familien profitieren von reduzierten Gebühren. Zudem werden mehrere Stipendien vergeben.
Fördermöglichkeiten durch Stiftungen
Darüber hinaus stellen gemeinnützige Stiftungen finanzielle Mittel zur Verfügung. Die Stiftung Schweizerischer Privatschulen unterstützt Schülerinnen und Schüler von Mitgliedsschulen mit einmaligen Beiträgen zwischen CHF 1 000 und CHF 3 000, abhängig vom Haushaltseinkommen und der Auslastung der Mittel. Auch spezialisierte Förderfonds wie die Stiftung Talentia unterstützen hochbegabte Kinder, deren besondere Begabungen sonst vielleicht ungenügend gefördert würden.
Kosten-Nutzen-Analyse: Lohnt sich eine Privatschule für mein Kind?
Die Entscheidung für eine Privatschule ist immer auch eine Investition – nicht nur in die aktuelle Schulzeit, sondern in die gesamte Bildungs- und Lebensperspektive Ihres Kindes. Neben dem unmittelbaren Vorteil einer individuelleren Förderung und moderneren Lernumgebung spielt der internationale Ruf vieler Privatschulen eine wichtige Rolle für das spätere Leben. Abschlüsse wie das International Baccalaureate, eine zweisprachige Matura oder A-Levels sind weltweit anerkannt und erleichtern den Zugang zu renommierten Hochschulen im In- und Ausland.
Verglichen mit der Finanzierung öffentlicher Schulen, die durch Steuergelder abgedeckt wird, tragen Familien im Privatschulbereich die Kosten zu grossen Teilen selbst. Entscheidend ist daher, den Mehrwert in Relation zu den Ausgaben zu setzen: kleinere Klassen, persönliche Betreuung, gezielte Förderung von Talenten und eine klarere Werteorientierung können langfristig den Bildungserfolg steigern.
Für Eltern bedeutet das, die finanziellen Möglichkeiten sorgfältig abzuwägen und gleichzeitig zu prüfen, welche Angebote wirklich zum Kind passen.
Fazit: Privatschulkosten als lohnende Investition in die Zukunft
Privatschulen in der Schweiz bieten ein breites Spektrum an pädagogischen Konzepten – von werteorientierten Tagesschulen über internationale Internate bis hin zu spezialisierten Berufsbildungszentren. Die Kosten unterscheiden sich abhängig von der Schulart, dem Standort und möglichen Zusatzleistungen teils erheblich. Neben den regulären Schulgebühren sollten Eltern auch einmalige Einschreibegebühren, Materialien, Ausflüge und Zusatzangebote im Blick haben.
Förderprogramme, einkommensabhängige Beiträge oder Stipendien reduzieren die finanzielle Belastung spürbar. So brauchen Eltern die Schulwahl für Ihr Kind am Ende nicht nur von ihrer wirtschaftlichen Situation abhängig zu machen, sondern eine Schule finden, die auch aus pädagogischer und persönlicher Perspektive die richtige für das eigene Kind ist. Damit legen Sie den besten Grundstein für eine erfolgreiche Bildungs- und Lebenslaufbahn.
